Der Conti-Turm wird saniert

Er ist ein Wahrzeichen Limmers - doch inzwischen in die Jahre gekommen. Jetzt wird der Conti-Turm aufwendig saniert.

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MÄRZ 2017
Das Wasserstadt-Wahrzeichen bekommt eine Frischzellenkur: Das mächtige Wahrzeichen des alten Fabrikgeländes ist eingerüstet und hinter einer weißen Plane verschwunden.

Einen so luftigen Arbeitsplatz hatte Peter Tacke schon lange nicht mehr. Seit einigen Wochen befördert ihn ein Aufzug täglich in 51 Meter Höhe. Während ihm der Wind fast den weißen Bauhelm vom Kopf pustet, wird links neben ihm das Gelände der Wasserstadt Limmer immer kleiner, rechts kann er fast die Außenwand des Conti-Turms berühren. Das mächtige Wahrzeichen des alten Fabrikgeländes ist eingerüstet und hinter einer weißen Plane verschwunden. Hinter der Hülle wird das Wahrzeichen der Wasserstadt Limmer GmbH für eine Million Euro saniert.
„Im vergangenen Jahr wurde der Turm unter Denkmalschutz gestellt“, sagt Projektleiter Tacke. Das war der Startschuss für die Sanierung. Ein Großteil der Summe wird aus öffentlichen Töpfen bereitgestellt. Denn während Investor Günter Papenburg lange kein Interesse zeigte, den Turm zu bewahren, waren aus der Bevölkerung Forderungen laut geworden, den alten Schornstein als historisches Wahrzeichen zu erhalten. Die Fans haben sich durchgesetzt.

„Man hat vor 100 Jahren schon ganz ordentlich gebaut.“

Im Juli will Tacke die Planen abnehmen und den Limmeranern ihr Wahrzeichen zurückgeben. Bis dahin haben die Arbeiter auf den rund 25 Plattformen des Gerüstes viel zu tun. Besonders der Südwestseite hat die Witterung über die Jahre stark zugesetzt. Dort sind die Fugen löchrig, einige Steine herausgebrochen, und das Dach ist renovierungsbedürftig. In Handarbeit beheben Maler, Metall- und Stahlbauer die Spuren der Vergangenheit. Damit alles möglichst originalgetreu wiederhergestellt wird, stimmen sie mit den Denkmalpflegern die farblich passenden Backsteine und die Fugenmasse ab. Viele Steine werden nicht gebraucht. „Von rund 55 000 müssen nur 400 ersetzt werden“, sagt Tacke. „Man hat vor 100 Jahren schon ganz ordentlich gebaut.“
Wer auf der zweithöchsten Plattform steht, kann den gelb-schwarze Continentalschriftzug mit der Hand berühren. Die Farbe der zweieinhalb Meter hohen Buchstaben ist an vielen Stellen abgeblättert. „Wir werden wieder den historischen Schriftzug der Continental anbringen“, sagt der Projektleiter.
Seit Kurzem ist der Turm eingerüstet. Bis zum Juli sollen alle Arbeiten erledigt sein. (Foto: Moers)

Wie der Turm nach der Sanierung genutzt werden wird, steht noch nicht fest. Denkbar ist ein Ideenwettbewerb. „Eigentlich ist alles möglich. Meine Arbeit ist im Sommer allerdings erst einmal abgeschlossen“, sagt Tacke Auf den Plänen für das Areal steht der Conti-Turm im zweiten Bauabschnitt inmitten von Grünflächen. Derzeit ist er allerdings in großem Radius mit Bauzäunen abgeschirmt. Außerdem wird der Bauplatz Tag und Nacht von zwei Videokameras beobachtet. Das soll Vandalismus verhindern und leichtsinnige Kletterer abhalten. Vor drei Jahren waren Jugendliche auf den Turm geklettert. Dann mussten Höhenretter der Feuerwehr kommen, um sie sicher wieder herunterholen.

Von Linda Tonn (Text) und Mario Moers (Fotos/Video)

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