Startschuss für die Wasserstadt

Der erste Spatenstich ist gesetzt - auf dem Gelände der ehemaligen Conti Limmer beginnen die Arbeiten im ersten Bauabschnitt

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APRIL 2017
Ein winziges Detail ist falsch, als auf der ehemaligen Conti-Brache in Limmer die Spaten kollektiv in die Erde gerammt werden – der Ort. Denn nicht am Fuß des Wasserturms werden die ersten Fundamente für das neue Wohnquartier gegossen, sondern ein paar Meter weiter, zwischen dem Leineabstiegskanal und der Grenze zum alten Dorf Limmer. Doch das spielt in diesem Moment eine untergeordnete Rolle. Es geht um die Symbolkraft des ersten Spatenstichs.

Es geht um die Symbolkraft des ersten Spatenstichs. Um ein starkes Zeichen dafür, dass es in der Wasserstadt Limmer jetzt endlich losgehen kann – 18 Jahre, nachdem hier die letzte Maschine des Reifenherstellers zum Stillstand kam und 15 Jahre, nachdem man das erste Mal über ein neues Baugebiet nachdachte. Oberbürgermeister Stefan Schostok findet denn auch große Worte und spricht von einem „langgehegten Traum, der nun in Erfüllung geht“.
Mit dem Spatenstich wird der erste Bauabschnitt eingeläutet. Bis zum Herbst soll das Areal erschlossen sein, danach beginnt der Hochbau. Geht es nach der Wasserstadt Limmer Projektentwicklung sollen in etwa vier Jahren die ersten Bewohner einziehen.
Feier am symbolischen Ort: Oberbürgermeister Stefan Schostok (li.) und Bauunternehmer Günter Papenburg gut gelaunt auf dem Bagger. Foto: Tim Schaarschmidt

Rund 515 Miet- und Eigentumswohnungen sollen im ersten Bauabschnitt Platz finden. Zudem sind weitere 40 Reihenhäuser geplant.Wie genau diese aussehen werden, dazu kann Martin Pietsch, Geschäftsführer der Projektentwicklung, noch keine Details nennen. „Fest steht aber, dass es eine Kindertagesstätte und ein Quartierszentrum sowie Parks geben wird“, sagt er.

Darüber, wer die Bauherren im ersten Bauabschnitt sein werden, will Pietsch noch keine genaueren Angaben machen – erst, wenn die Verträge unterschrieben seien, werde man sich äußern. Von „renommierten Wohnungsbauunternehmen in Hannover“ ist die Rede. Es gebe ein sehr großes Interesse, sagt Investor Günter Papenburg. „Die Gespräche laufen noch.“ Auch er selbst will im ersten Bauabschnitt investieren.


„Fest steht, dass es eine Kindertagesstätte und ein Quartierszentrum sowie Parks geben wird.“

Unklar ist bislang auch noch, wie hoch die Grundstückspreise sein werden. „Ich habe Angst, dass es zu hochpreisig wird“, sagt Uwe Staade von der Bürgerinitiative Wasserstadt Limmer. Investor Papenburg bleibt vage.

Für den Abriss der Industrieanlage im Jahr 2009 und die Aufbereitung des belasteten Bodens habe man bisher rund 35 Millionen Euro investiert. „Dies müssen wir auch refinanzieren können“, sagt er. „Wir müssen aber trotzdem schauen, dass wir wettbewerbsfähig bleiben.“

Wird das Wohnen am Wasser also doch exklusiv? Unter den Anwesenden kursieren Vermutungen, dass die Grundstückspreise mit denen in Bemerode oder im Zooviertel vergleichbar sein werden. Solange, bis die Verträge mit den Bauherren nicht abgeschlossen sind, wird es keine konkreten Zahlen geben.

Von Julia Polley und Linda Tonn

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