"Viele finden das sehr schön"

Die Gestaltungsvorgaben stehen. Aber was sagen die Bauherren und die Limmeraner zu den Plänen?

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FEBRUAR 2018

Gebäudefassaden aus Ziegelsteinen, bis zu achtstöckige Wohnhäuser, Hecken statt Zäune: Die Wasserstadt Limmer nimmt Gestalt an – wenn auch nur visuell.

Gemeinsam mit der Stadt hat die Wasserstadt Limmer Projektentwicklungsgesellschaft (WLEG) die Gestaltungsrichtlinien festgelegt und im Dezember vorgestellt. Wie kommen die Pläne eigentlich bei den künftigen Bewohnern und den Limmeranern an?

„Mich persönlich spricht diese Art und Weise des Bauens sehr an“, sagt Walter Zuber von der Baugemeinschaft JAWA, die derzeit in den finalen Ankaufsverhandlungen mit der Wasserstadt-Gesellschaft steht. „Die Ziegelsteinfassaden sind eine gute Verbindung zwischen dem, was auf dem Gelände mal war und der Umgebung“, erzählt er. „Bei uns in der Gruppe gibt es viele, die das sehr schön finden.“ Die Gemeinschaft will auf einer Fläche von 4600 Quadratmetern 55 barrierefreie, ökologische Wohnungen errichten.

„Ich hätte mir ein bisschen mehr Farbe gewünscht“

Die strengen gestalterischen Vorgaben ließen allerdings wenig Raum für eigene Ideen. „Wir fragen uns schon: Was können die Architekten da eigentlich noch machen? Da ist ja alles bis ins Detail vorgeschrieben“, gibt Zuber zu bedenken. Die Vorschriften von WELG und Stadt reichen von der Gestaltung der Fassaden, der Mülleimer und Sitzbänke bis zu den Baumtypen, die in den Wohnungsgärten zugelassen sind.

„Ich hätte mir ein bisschen mehr Farbe gewünscht. Es würde wärmer wirken, mehr zu Limmer passen“, sagt Giusi Coco. Die 41-Jährige lebt seit neun Jahren in Limmer und betreibt einen kleinen Friseursalon an der Brunnenstraße. „Die Menschen hier sind offen, entspannter und alle unterschiedlich. Das schätze ich sehr. Dieses Gefühl vermitteln die Steinfassaden nicht“, sagt sie. Trotzdem sieht sie das Projekt als Bereicherung für ihren Stadtteil.

Ein Spaziergang? Zwischen Leineabstiegskanal (links) und Stichkanal soll Wohnraum für etwa 3500 Menschen enstehen.

Bunter hätten es sich auch Uwe Staade und Brigitte Bultmann von der Bürgerinitiative Wasserstadt Limmer vorgestellt. Zwar sei die Klinkeroptik gut gewählt, mehr Abwechslung wäre dennoch Limmer-gerechter gewesen. „Andere Materialen und Baukörper – das wünschen wir uns für den nächsten Bauabschnitt“, sagen sie. Die Bürgerinitiative begleitet das Projekt von Beginn an. Am Wasser kann bis zu achtstöckig gebaut werden. „Hochhäuser passen hier nicht“, sagt Naceur Mohamed. Der Kioskbetreiber befürchtet, dass sich der Stadtteil verändert.

Von Andrea Brack Peña

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