Conti-Ruine in Limmer wird abgerissen

Auf dem Wasserstadt-Gelände werden Teile der alten Continental-Gebäude abgerissen.

18.

DEZEMBER 2018

Ein Bagger hat  mit den Abrissarbeiten des Conti-Altgebäudes Nummer 10 begonnen. Es steht als einziges Gebäude nicht unter Denkmalschutz. Die Bürgerinitiative Wasserstadt Limmer hat sich zu einer Mahnwache auf dem Gelände versammelt.

Meterhohe Staubwolken legen sich am Dienstagmorgen über das ehemalige Contigelände. Ein Greifbagger hat mit dem Abriss des ersten Conti-Altgebäudes in der Wasserstadt Limmerbegonnen. Während er vorsichtig Regenrinnen, Metallstreben und das Mauerwerk vom Gebäude abbricht und wegräumt, versammelt sich die Bürgerinitiative Wasserstadt Limmer zu einer Mahnwache auf dem Gelände.

Ein Bagger reißt die Außenwände der Ruine ab. (Video: Tomma Petersen)

Gebäude Nummer 10, das in das Wasserstadt-Gelände Richtung Wasserturm hineinragt, ist der einzig verbliebene nicht-denkmalgeschützte Teil des ehemaligen Continental-Werks. Die Abbruchanzeige der Wasserstadt Limmer GmbH & Co. KG, dem Grundstückseigentümer, wurde letzte Woche von der Stadt bestätigt. Die denkmalgeschützten Gebäude am Kanal sind vom Abriss nicht betroffen.

Die Stadt hatte Papenburg  vorgeworfen, nicht genug für die Sicherheit auf dem Gelände zu tun

Dem Abbruch war eine lange Auseinandersetzung zwischen Investor Günter Papenburg und der Stadt vorausgegangen. Papenburg monierte, Anträge würden nicht schnell genug genehmigt. Von Seiten der Stadt hieß es, Papenburg habe einen notwendigen Nachweis der statischen Unbedenklichkeit für die restlichen Gebäude nicht erbracht.

In der Vergangenheit kam es in den Conti-Altgebäuden immer wieder zu schweren Unfällen. Mehrere Graffiti an der Fassade des Gebäudes erinnern an Menschen, die hier verlezt wurden. Viele Hannoveraner nutzten den Ort als Abenteuerspielplatz für Fotoshootings oder Vandalismus. Die Stadt hatte Papenburg daraufhin vorgeworfen nicht genug für die Sicherheit auf dem Gelände zu tun und die Gebäudezugänge mit Holz verschließen lassen. Für die Kosten soll der Investor aufkommen. Papenburg wehrt sich rechtlich dagegen und kritisiert Baudezernent Bodemann: Obwohl dieser wisse, dass Gebäude 10 wegkomme, lasse er es noch vernageln.

Von Tomma Petersen und Sebastian Stein