Keine Stadtbahn bis zur Wasserstadt

Ein Gutachten ergibt: Der Bau einer Bahntrasse ist nicht wirtschaftlich

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MAI 2018

Bis zu 3500 Einwohner soll das Neubaugebiet Wasserstadt Limmer bald haben. Wie sie mobil sein sollen, ohne dass die Wunstorfer Straße ständig von zusätzlichen Autos verstopft wird, ist das große Konfliktthema im Westen der Stadt. Jetzt ist klar: Den erhofften Stadtbahnanschluss am Neubaugebiet wird es nicht geben.

Die Region hat etliche Varianten berechnen lassen. „Keine davon ist auch nur annähernd wirtschaftlich“, sagt Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz. Die Bürgerinitiative Limmer fordert, dass jetzt endlich ein Verkehrskonzept für das Neubaugebiet erstellt wird. „Die Straßen dürfen nicht von noch mehr Autos belastet werden“, sagt Sprecher Uwe Staade. Am Montag soll es wieder eine Protestaktion gegen zu viel Autoverkehr in der Wunstorfer Straße geben.

Die Entwürfe für die Wasserstadt Limmer nehmen immer konkretere Formen an. Nun ergibt ein Gutachten: Der Bau einer Stadtbahntrasse lohnt sich nicht – stattdessen sollen Busse zum Wohnquartier fahren. (Foto: Wasserstadt GmbH)

Auf dem Tisch lagen unter anderem diese Konzepte: die Stadtbahnlinie 10 nach Ahlem-Mitte an der Haltestelle Brunnenstraße teilen, so dass eine neue Linie 12 von dort entweder zum Neubaugebiet führt (Baukosten: 3,5 Millionen Euro), oder die neue Linie 12 weiter bis in die Mitte des Baugebiets zu leiten (6,25 Millionen Euro) oder sogar über die Wunstorfer Landstraße auf einem neuen langen Streckenast nach Ahlem-Nord zu führen (20,75 Millionen Euro). Insgesamt zehn Varianten sind von einem Gutachterbüro durchgerechnet worden.

Die Variante mit dem höchsten Kundennutzen wäre laut Gutachtern, die Stadtbahnlinie 10 komplett über die Wunstorfer Straße und dann in einem Knick nach Ahlem-Mitte zu führen (14,5 Millionen Euro). „Auch diese Trasse erreicht aber nicht die erforderliche Wirtschaftlichkeit“, sagt Dezernent Franz. Ohne Wirtschaftlichkeit, die nach einem bundesweiten Schlüssel errechnet wird, gibt es keine Zuschüsse von Bund und Land – die Projekte wären daher nicht zu finanzieren. Zudem sei es politisch kaum vertretbar, die Wunstorfer Straße für Gleisbau aufzureißen – sie ist gerade erst grunderneuert worden.

„Uns ist von Politik und Verwaltung zugesagt worden, dass gemeinsam mit den Anliegern ein Konzept für den Verkehr erstellt wird.“

Ohnehin sei der Regiobus 700, der direkt am Wasserstadtgelände vorbeifährt, etwa eine Minute schneller in der Innenstadt als eine Stadtbahn. Die Region denkt jetzt darüber nach, ob möglicherweise zusätzlich ein kleiner Stadtbus regelmäßig ins Neubaugebiet fahren und von dort Bewohner zur Stadtbahnhaltestelle bringen kann.

Bei der Anwohnerinitiative Wasserstadt Limmer wächst die Ungeduld. „Uns ist von Politik und Verwaltung zugesagt worden, dass gemeinsam mit den Anliegern ein Verkehrskonzept erstellt wird“, sagt Sprecher Staade. „Darauf warten wir schon lange – und es muss fertig sein, bevor der erste Bauabschnitt der Wasserstadt bezogen ist.“ Der Verkehr auf der Wunstorfer Straße sei „jetzt schon grenzwertig“, und die Zahl der zugelassenen Autos in Hannover nehme stetig zu.

An diesem Montag um 16.30 Uhr wollen Anwohner der Wunstorfer Straße erneut protestieren. Sie fordern eine Verlegung der Bundesstraße 441, die von Seelze aus quer durch Limmer zum Westschnellweg führt. Ihren Ideen zufolge soll die Bundesstraße über Carlo-Schmidt-Alle, Davenstedter und Fössestraße führen.

Von Conrad von Meding (Text) und Philipp von Ditfurth (Fotos)

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