Aktuell: So geht es in der Wasserstadt voran

Wie weit sind die Bauarbeiten? Wann können die ersten Bewohner einziehen? In unserem "Baustellen-Tagebuch" lesen Sie stets aktuell, was derzeit auf dem Gelände in Limmer passiert.

 

 


Es geht voran auf dem Gelände der Wasserstadt – langsam, aber stetig. Bis die ersten Bewohner einziehen, wird zwar noch einige Zeit vergehen – doch es gibt bereits jetzt viele Geschichten rund um das Projekt Wasserstadt zu erzählen, von den Entwicklungen auf der Baustelle bis zu den Menschen, denen man dort begegnet. Für dieses „Baustellen-Tagebuch“ statten die Volontäre der HAZ dem Gelände regelmäßig einen Besuch ab – und dokumentieren, was sie vor Ort sehen, hören und erleben.


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JUNI 2018

WLEG hat ersten Bauantrag eingereicht

In der Wasserstadt geht es voran: Anfang vergangener Woche (Mitte Juni) hat die Wasserstadt Limmer Projektentwicklugsgesellschaft (WLEG) den ersten Bauantrag bei der Stadt Hannover eingereicht. Die Pläne für das Baufeld 13, auf dem unter anderem eine Kindertagesstätte entstehen soll, liegen nun bei der Bauverwaltung. Das konnte WLEG-Büroleiter Lukas Ritzka verkünden.

Der Zeitraum für die Antragstellung sei laut Ritzka lange so abgesprochen gewesen. „Wir haben uns bewusst Zeit dafür genommen. Denn wir wollten Qualität abgeben, hinter der wir auch stehen“, sagt der Büroleiter. „Mit dem Ergebnis des intensiven Abstimmungsprozesses sind wir zufrieden.“

Damit ist ein wichtiger Meilenstein für den Baubeginn geschafft. Die WLEG hoffe nun auf eine schnelle Genehmigung, damit es anschließend zeitnah mit dem Bau losgehen könne, sagt Ritzka. „Wir sind startklar.“ Welcher Bauherr den Hochbau im Baufeld 13 übernimmt, ist derzeit noch unklar. „Die Gespräche laufen“, sagt der Büroleiter.

Eigentums- und Mietwohnungen entstehen im ersten Bauabschnitt

Auch bei den anderen Baufeldern des ersten Bauabschnitts soll sich in den nächsten Wochen etwas tun. Die Bauanträge für die Baufelder 1, 2, 3, 6 und 7, 8, und 10 sollen laut Ritzka in einem gewissen Rhythmus ebenfalls bei der Stadt eingereicht werden.

Für die Baufelder 1,2,3 und 8 haben die Projektentwicklungsgesellschaft und die Immobiliengruppe Meravis schon einen Partnerschaftsvertrag unterzeichnet. Dort sollen in exponierter Lage im Nordwesteck des ersten Bauabschnitts auf 7900 Quadratmetern Wohnungen und eine Gewerbeeinheit entstehen.


22


JUNI 2018

Tempo 30 auf Wunstorfer Straße?

Kommt Tempo 30 für die Wunstorfer Straße in Limmer? Die Bürgerinitiative Wasserstadt wünscht sich eine Verlegung der viel befahrenen Bundesstraße, weil sie eine Zunahme des Autoverkehrs durch das Neubaugebiet Wasserstadt fürchtet.

Auf Nachfrage von CDU-Ratsfrau Gabriele Jeschke berichtete Stadtbaurat Uwe Bodemann im Bauausschuss, dass die Stadt die Frage einer Verlegung der Bundesstraße über Carlo-Schmidt-Allee, Davenstedter und Fössestraße seit Jahren regelmäßig mit der zuständigen Landesstraßenbaubehörde bespreche. Da gebe es wenig Bewegung. Aber beim Thema, zumindest Tempo 30 auf der Strecke zu ermöglichen, sei „zuletzt mehr Gesprächsbereitschaft erkennbar“ gewesen. Konkrete Fortschritte aber seien noch nicht zu vermelden.

Autos fahren täglich über die Wunstorfer Straße


14


JUNI 2018

SG Limmer hofft auf baldigen Baubeginn

Gerd Bekiesch blickt vom Vereinsgelände der SG Limmer am Stockhardtweg Richtung Conti-Turm. Mit seinem frischen Gelb ist er zwischen den Pappeln gut zu erkennen. Der zweite Vorsitzende hofft, dass der Bau der Wasserstadt nun endlich beginnt. „Ich warte seit 15 Jahren, dass es dort losgeht“, sagt er.

Die Verantwortlichen des Vereins, der ansonsten mit der abgeschiedenen Lage zwischen Leine und Leineabstiegskanal zu kämpfen hat und und in den vergangenen Mitgliederschwund verzeichnen musste, hoffen, dass es durch den Bau eine neue Chance für den Club gibt und neue, vorallem junge Mitglieder sich im Verein engagieren und sportlich betätigen wollen.

Mitglieder hat die SG Limmer.

Für jede Fahrt mit dem Auto zum Vereinsgelände – Bekiesch ist mindestens zweimal in der Woche dort – muss der 70-jährige Bekiesch das ehemalige Conti- und künftige Wasserstadt-Gelände überqueren. „Ich beobachte immer, was hier los ist“, erzählt der Rentner. Doch in den vergangenen Jahren sei auf den ersten Blick nicht viel passiert. „Aber jedes Mal, wenn es feucht ist, ist mein Auto nach der Fahrt übers Gelände dreckig“, sagt er. Das Problem könnte sich in einigen Jahren erledigt haben, wenn die Wasserstadt fertig errichtet ist – doch bis dahin ist es noch ein langer Weg.


4


JUNI 2018

Der verschwundene Fluss

Fast geschafft: Die mehrere Monate dauernden Erkundungsbohrungen auf dem Gelände der künftigen Wasserstadt gehen zu Ende. Mit schwerem Gerät und mobilen Geo-Laboren, haben Spezialisten den sandigen Boden auf seine Tragfähigkeit untersucht – eine wichtige Vorarbeit für die geplante Bebauung.

Ganz besondere Aufmerksamkeit widmen die Experten dabei einem verschwundenen Fluss. Die Spezialisten versuchen zu bestätigen, was alte Karten bereits zeigen: „Wir vermuten hier eine Rinne, einen Altarm der Leine“, erklärt Ralf Rauscher vom Geo-Büro Witt und Partner. „Wir versuchen den Bereich eindeutig einzugrenzen“, erklärt der Bauingenieur. Dafür sei eine kleinteilige Erkundung in jedem Baufeld nötig. „Es ist für uns hier wie ein großes Puzzle.“

Tonnen schwer ist die Raupe, die auf dem Wasserstadt-Gelände im Einsatz ist.

Eine Kurhannoversche Landesaufnahme aus dem Jahr 1781 zeigt, dass die Leine einen Schlenker über das zukünftige Wasserstadt-Gelände gemacht hat – „Die Verbindung von Mittellandkanal und Leine wurde erst 1913/14 angelegt. Auf der Karte ist zu erkennen, dass die Leine damals direkt hinter dem Dorf Limmer entlang geflossen ist und anschließend ein kleines Stück, am Uferbereich des heutigen Leineabstiegskanals, über den ersten Bauabschnitt verlief.

„Dieser Arm ist wahrscheinlich irgendwann versandet“, sagt Rauscher. „An diesen Stellen ist der Boden weicher als anderswo.“ Rauscher glaubt, dass die Ergebnisse der Experten nicht zu einem Umplanen der Bebauung führen, aber eventuell zusätzliche Maßnahmen für den Bau, wie zum Beispiel ein anderes Fundament, nötig seien.


18


MAI 2018

Umleitungen für Auto- und Lkw-Fahrer

Und die nächste Baustelle auf der Wunstorfer Straße: Anfang des Jahres haben die Arbeiten am Hochbahnsteig in Limmer begonnen. In Höhe des Gymnasiums müssen sich Autofahrer deshalb auf Sperrungen und Umleitungen einstellen. Für die Arbeiten an der neuen Haltestelle der Stadtbahnlinie 10 ist die Straße bis voraussichtlich März 2019 abwechselnd in eine Fahrtrichtung gesperrt. Der Hochbahnsteig soll im Dezember 2018 fertig sein – so steht es zumindest im Bauablaufplan der Infrastrukturgesellschaft Region Hannover (Infra), die für den Bau zuständig ist.

im Dezember soll der Hochbahnsteig "Wunstorfer Straße" fertig sein

Mit dem Beginn der Bauarbeiten für den Hochbahnsteig Anfang des Jahres wurde die Wunstorfer Straße stadteinwärts zwischen Franz-Nause-Straße und dem Knotenpunkt Zimmermannstraße gesperrt. Die von der Stadt in Kooperation mit der Infra ausgewiesene Umleitung führt über die Kesselstraße und großräumig über Carlo-Schmid-Allee, Eichenbrink und Zimmermannstraße. Laut Stadt dürfe nahezu der gesamte Durchgangsverkehr – vor allem Lkw – nur über die großräumige Umleitung fahren. Im Bereich der Kesselstraße sei ausschließlich Stadtteilverkehr zulässig.
Seit Beginn der Bauarbeiten gab es bereits mehrere Male „Irrfahrten“ von Lastwagen und anderen Kraftfahrzeugen durch schmale Nebenstraßen in dem Bereich.

Die Linie 10 fährt derzeit normal, nur der 700er Bus wird stadteinwärts umgeleitet. Der Bus hält an der Ersatzhaltestelle in der Zimmermannstraße.


9


MAI 2018

Off-Road durch die Wasserstadt

Urbane Golfspieler, Metalldiebe und Graffiti-Künstler betrachteten das ehemalige Conti-Gelände schon seit Jahren als Abenteuerspielplatz. Seitdem die Fläche sich in eine riesige Sandgrube verwandelt hat, sind dort auch Motocross-Fahrer mit ihren Maschinen unterwegs.

Und weil sich offenbar mit jeder Veränderung des Geländes neue Nutzungsmöglichkeiten ergeben, lässt sich nun eine neue Spezies in der Wasserstadt beobachten. Mit ganz normalen Autos erklimmen einige die aufgeschütteten Sandberge direkt vor den Conti-Ruinen und neben dem mobilen Betonmischmerk, dass dort seit einigen Monaten steht. Aus dem Material soll bald Beton gemischt werden, der schließlich den Bewohnern ein neues Zuhause in der Wasserstadt bietet.


25


APRIL 2018

Die Wasserstadt blüht auf

Auch in der Wasserstadt blüht die Natur wieder auf und der Frühling ist erkennbar. Löwenzahn bringt derzeit noch einen anderen Gelbton – neben dem sandigen Boden und dem Schriftzug auf dem Conti-Turm – auf das Gelände. Überall sind die kleinen Pflanzen zu sehen. Teilweise haben sie sich schon in Pusteblumen verwandelt und die Samen werden mit dem Wind durch die Luft gewirbelt.

Aber auch allerlei Unkraut wächst durch die warmen Temperaturen wieder. Besonders in den Bauabschnitten zwei bis fünf, in denen der Boden derzeit noch brach liegt, breiten sich die Pflanzen aus. Auch der ehemalige Conti-Parkplatz, der auf der anderen Seite der Wunstorfer Straße liegt, wuchert immer weiter zu – die Natur holt ihn sich zurück.


18


APRIL 2018

Ein Kiosk mit großem Sortiment

Der Tresen im Kiosk von Mohamed Naceur ist vollgestellt mit Süßigkeiten: Lollis, einzelne Schokoriegel in verschiedenen Sorten, eine Gummibärenbar und Kaugummi. Dort finden die Kunden alles für den kleinen Hunger zwischendurch. Doch der 42-Jährige Besitzer des Geschäfts an der Wunstorfer Straße in Limmer hat nicht nur die typischen Kioskartikel: Der hintere Ladenteil gleicht einem kleinen Supermarkt mit Konserven, Nudeln, Keksen, Tiefkühlpizzen, Milch, verschiedenen Kisten Bier, einem Weinregal, Katzen- und Hundefutter sowie Hygieneartikeln. Auch frische Brötchen können Kunden morgens kaufen.

hat Mohamed Naceur den Kiosk an der Wunstorfer Straße eröffnet

„Ich muss mich breit aufstellen und den Kunden ein großes Sortiment anbieten, um den Kiosk am Laufen halten zu können“, sagt Naceur. „Es ist ein hartes Geschäft und es hängt stark vom Wetter ab.“ Er lebe sehr von der Laufkundschaft, die besonders im Sommer käme. Dann treffen sich viele Hannoveraner am Kanal oder auf dem ehemaligen Conti-Gelände.

Seit Sommer 2014 betreibt der Familienvater aus Tunesien den Laden, in dem auch eine Lotto-Annahmestelle und ein DHL-Stand zu finden sind.

Dem Bau der Wasserstadt steht er erst mal positiv gegenüber und findet das Projekt interessant. „Ich denke, dass ich von den Bauarbeiten auf dem Gelände profitieren kann, weil Arbeiter bei mir vorbeikommen“, sagt Naceur. Er ist sich sicher, dass sich der Stadtteil durch 3500 neue Leute verändern wird. „Eine Mischung ist hier wichtig“, sagt der 42-Jährige, der selbst gerne in Limmer wohnt.

Nur teure Wohnungen würden seiner Meinung nach nicht ins Bild passen. Vor der Eröffnung eines Supermarkts in der Wasserstadt hat Naceur allerdings Angst. „Dann habe ich mit meinem Kiosk schlechte Karten“, sagt er. Deshalb spielt er schon mit dem Gedanken, selbst ein Geschäft auf dem Gelände zu eröffnen. „Ich kämpfe erstmal und schaue dann, wie es weitergeht“, sagt er.


10


APRIL 2018

Arbeiten an Bahnbrücke sind beendet

Einige Verzögerungen hat es noch kurz vor dem Ende gegeben. Doch nun sind die Arbeiten an der Bahnbrücke an der Wunstorfer Landstraße abgeschlossen. Mit dem Einbau von zwei jeweils 100 Tonnen schweren Elementen ist das Bauwerk wieder stabil für die Zukunft.

Auch Autofahrer können sich freuen. Denn die vorübergehende Vollsperrung der Bundesstraße 441 wird aufgehoben. Danach wird der Verkehr im Bereich der Brücke aber noch einspurig geführt und über eine Behelfsampel geregelt. Ab dem 4. Juni sollen dann wieder beide Fahrspuren zur Verfügung stehen. Die Brückenteile sind mit einem speziellen Hartgummibelag versehen, der für ein Mindestmaß an Lärmschutz sorgen soll. Im Vorfeld zur Erneuerung der 1906 gebauten Brücke hatten Anwohner vergeblich den Ausbau des Schallschutzes entlang der Güterumgehungsbahn gefordert.

Die Sanierung der Brücke gehört zu einem Sanierungsprogramm der Deutschen Bahn, in dessen Zuge noch drei weitere Brücken erneuert werden. Es sind die Eisenbahnüberführungen an der Ziegelstraße, der Davenstedter Straße und am Fösse-Grünzug.

wurde die Bahnbrücke über die Wunstorfer Straße gebaut


29


MÄRZ 2018

Wunstorfer Straße ab 7. April wieder frei

Die Flügel aus Beton stehen bereits und nach Ostern sollen auch die Gleise liegen. Mit dem Einbau von zwei jeweils 100 Tonnen schweren Brückenelementen plant die Deutsche Bahn, die Erneuerung der Bahnbrücke an der Wunstorfer Landstraße über die Feiertage abzuschließen.

Für die Arbeiten ist die Wunstorfer Straße deshalb in beide Richtungen für den Verkehr gesperrt. Dies hat auch Auswirkungen auf den Fahrplan der Buslinie 700: Einige Haltestellen entlang der Wunstorfer Straße entfallen. Die vorübergehende Sperrung der Bundesstraße wird voraussichtlich am Sonnabend, 7. April, aufgehoben.

Während sich Autofahrer über das Ende der Arbeiten freuen werden, gibt es für die Bauarbeiter zum Fest einen sauren Apfel statt Ostereier. „Für viele Kollegen ist das Osterfest versaut“, sagt ein Mitarbeiter der Stahlbaufirma ZSB. Das Unternehmen hat die Brückenteile gefertigt. Sie sind bereits mit einer etwa Zwei-Finger-Dicken Hartgummi-Belag versehen. Er soll für ein Mindestmaß an Lärmschutz sorgen. Im Vorfeld zur Erneuerung der 1906 gebauten Brücke hatten Anwohner vergeblich den Ausbau des Schallschutzes entlang der Güterumgehungsbahn gefordert.

Tonnen wiegen die zwei Brückenelemente

Die Sanierung der Brücke gehört zu einem gebündelten Sanierungsprogramm der Deutschen Bahn, der sogenannten Brückenserie Hannover 2, in welcher noch drei weitere Brücken erneuert werden. Hierzu gehören die Eisenbahnüberführungen an der Ziegelstraße, Davenstedter Strasse und am Fösse-Grünzug. An diesen vier Brücken wird parallel gearbeitet.


22


MÄRZ 2018

Grünes Licht für die Wasserstadt

Ist es ein geheimes Forschungslabor, oder verbirgt sich hinter dem grün-leuchtenden Sperrgebiet gar der Zugang in andere Dimensionen? Keineswegs. Für das nächtliche Strahlen auf dem Gelände der künftigen Wasserstadt gibt es eine ganz irdische Erklärung. Seit einigen Wochen schützt eine aufwendige Überwachungsanlage das im Westen des Areals aufgebaute Betonwerk. Das auffällige grüne Licht ermöglicht eine bessere Videoüberwachung.

Denn die Augen der Sicherheitsleute können sich bei Nacht schneller an diesen Farbton anpassen. Zudem können die installierten Kameras potenzielle Eindringlinge automatisch von anderen erfassten Objekten unterscheiden – so lassen sich Fehlalarme vermeiden. Nötig ist die grüne Inszenierung, weil die zuständigen Baufirmen Vandalismus wirksam vorbeugen wollen.


14


MÄRZ 2018

Kaffee-Rösterei eröffnet neu

Früher Schlecker-Filiale, künftig ausgesuchte Kaffee-Spezialitäten: Am Sonnabend, 17. März, eröffnet in der Wunstorfer Straße eine Dependance der Hannoverschen Kaffeemanufaktur. Nach China nimmt die Rösterei in Familienbetrieb offenbar auch den Wachstumsmarkt im Umfeld der Wasserstadt ins Visier.

Filialen der Rösterei gibt es in Deutschland bereits

Neben einem Café gibt es in dem nunmehr vierten Ableger der Rösterei alles rund um die Bohne. Ein bisher in der Liepmannstraße beheimatetes Café schließt mit der Neueröffnung, es lag einfach zu versteckt. Die neue Location an der Wunstorfer Straße 33 reanimiert eine lange leerstehende ehemalige Schlecker-Filiale.

„Es wird ein großes Angebot an Zubehör geben und entsprechende persönliche Beratung“, verspricht Geschäftsführer Andreas Berndt ein besonderes Kaffeefachgeschäft. Als gebürtiger Lindener schätzt Berndt die Chancen des Stadtteils im Wandel. „Wir gehen davon aus, dass wir hier nicht sechs sondern 6000 Passanten haben“, sagt er.

Die Öffnungszeiten:

Montag – Freitag: 9.30 bis 18 Uhr
Sonnabend: 9.30 bis 14 Uhr


2


MÄRZ 2018

BI feiert 3. Etappenparty

„Feiern bis zum Morgengrauen“ verspricht die Bürgerinitiative Wasserstadt Limmer (BI) in ihrer Ankündigung zur dritten Etappenparty auf der Internetseite. Am Sonnabend, 10. März, steigt diese ab 19.30 Uhr im Vereinsheim des Kanuclub Limmer, Stockhardtweg 3 – mit Blick auf den Kanal.

Etappenpartys hat die Bürgerinitiative bereits gefeiert

Einlass ist bereits ab 19 Uhr. Los geht es mit einer Filmschau der Medienwerkstatt Linden. Es werden der Wasserstadt-Film und neue Clips gezeigt. Ab 20.30 Uhr tritt der Kastanienchor Limmer unter der Leitung von Biena Monecke auf. „Klönen, lachen, Tanzen!“ heißt es dann ab 21 Uhr. Die Besucher wollen das Erreichte feiern – das Ende ist offen.

Bei Fassbier, Wein und Wasser wollen die BI-Mitglieder neue Ideen für Limmer entwickeln – dazu gibt es DJ-Musik. Außerdem wollen die Limmeraner und BI-Mitglieder neue Energie für die weitere Arbeit tanken. „Schließlich sollen die Conti-Altgebäude erhalten bleiben“ heißt es in der Party-Ankündigung. Der Eintritt ist frei. Wer möchte, kann etwas fürs Büfett mitbringen.


25


FEBRUAR 2018

Eisige Zeiten in der Wasserstadt

Frostige Temperaturen und strahlend blauer Himmel: Das Wasserstadt-Gelände in Limmer gleicht aktuell eher einer Eisstadt. Eine dünne Eisschicht treibt bereits auf dem Kanal, auf der Großbaustelle liegen die Erschließungsarbeiten für den ersten Bauabschnitt still.

Weniger Trubel herrscht am Wochenende auf der weitläufigen Fläche dennoch nicht – zig Spaziergänger genießen das schöne Wetter und bestaunen das Baufeld, in dem noch in diesem Jahr die ersten Häuser entstehen sollen. „Herrlich, nirgends lässt es sich besser wandern und die frische Luft genießen“, sagt ein junger Familienvater, der extra aus Döhren mit seinem Auto und seinen Kindern auf das Wasserstadt-Gelände gefahren ist. Die Ruinen nebst Conti-Turm und das gelbe, mobile Betonmischwerk seien einfach ein Hingucker. „Und jetzt bei Frost ist der Boden auch nicht so matschig.“

Rechts und links der Baustraße lässt sich im derweil erkennen, dass nicht nur menschliche Hannoveraner immer wieder auf der Großbaustelle nach dem Rechten sehen: Hunderte Abdrücke von Tierpfoten zeichnen ein Muster in den sandigen Untergrund.


13


FEBRUAR 2018

In alten Gebäuden steckt viel Leben

Während Max, Daniel und Noah gespendete Bücher sortieren und für den Verkauf vorbereiten, laufen im Bistro „Contine“ die Vorbereitungen für das Mittagessen auf Hochtouren. Andere Jugendliche suchen nach einem passenden Job oder lernen für bevorstehende Prüfungen. Im alten Verwaltungsgebäude von Continental auf dem Wasserstadt-Gelände in Limmer steckt mehr Leben, als von außen zu vermuten ist. Dort hat unter anderem die Jugendwerkstatt Produktionsschule ihren Sitz, ein Angebot des gemeinnützigen Vereins Werk-statt Schule.

Jugendliche sind derzeit in der Produktionsschule aktiv

Seit 2005 können sich Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 27 Jahren dort beruflich ausprobieren und orientieren. Damals wurden die Räumlichkeiten zusammen mit den Jugendlichen umgebaut und gestaltet. Vor dem Gebäude stehen zudem fünf Container, in denen sich eine Werkstatt befindet.

„Wir bieten drei Produktionsbereiche an“, sagt Carolin Brandis, Leiterin der Schule. „Gastronomie und Hauswirtschaft, Haustechnik und Gebäudeunterhaltung, und Büroservice.“ Dabei steht die praktische Arbeit im Vordergrund und das Lernen soll möglichst viel mit dem späteren Arbeitsalltag zu tun haben.

Mitarbeiter kümmern sich in der Produktionsschule um die Jugendlichen

Täglich bekommen die 16 Mitarbeiter und 50 aktiven Jugendlichen der Produktionsschule die Arbeiten auf dem Wasserstadt-Gelände mit. „Der Bau hat für uns sowohl Vor- als auch Nachteile“, erklärt Brandis. Der Lärm durch Lkw und Bagger sei an manchen Tagen eine große Belastung. Ein weiteres Problem sei der ständig wiederkehrende Vandalismus. „Bei uns werden immer wieder Fenster eingeschlagen und Mülltonnen angezündet“, ärgert sich Brandis. Sie hofft deshalb, dass durch die Bebauung mehr Leben auf dem Gelände entsteht und die Zahl der Taten dadurch zurückgeht. Zudem könnte die Produktionsschule von steigenden Bautätigkeiten profitieren. „Wir hoffen, dass durch den Beginn des Hochbaus noch mehr Arbeiter in unser Bistro kommen“, erklärt die Leiterin. Dort gibt es neben Snacks und Kaffee unter der Woche täglich einen Mittagstisch. Die Jugendlichen kochen alle Gerichte, unter Anleitung von zwei Köchen, selbst.

Info: Jeden Mittwoch können Interessierte in die Räume der Produktionsschule an der Wunstorfer Straße kommen, um sich nach Büchern umzuschauen. Von 10 bis 14 Uhr können Bücher gekauft werden. Derzeit hat die Schule rund 2400 Exemplare im Bestand. Auch bei Amazon verkaufen die Jugendlichen die Bücher für kleines Geld.


31


JANUAR 2018

Die erste Familie kann einziehen

Die Bauarbeiten in der Wasserstadt Limmer haben noch nicht begonnen, eine Wohnung ist aber jetzt schon bezugsfertig – und ist für eine ganz besondere Familie gedacht. Die Schüler der Werk-statt-Schule in Limmer haben einen Falkenhorst gebaut. Denn seit Jahren brütet ein Turmfalken-Paar auf dem Gelände der Wasserstadt.

Unter der Anleitung von Pädagoge und Zimmermeister Wolfgang Meyer haben die Jugendlichen Bretter zugeschnitten und Holzteile angeschraubt. „Der Horst ist Maßarbeit“, erzählt Katja Milinkovic von der Projektentwicklungsgemeinschaft Wasserstadt (WELG). Die Konstruktion füge sich passgenau in eine Öffnung im ehemaligen Wasserbehälter des Turms ein, in der die Falken bisher gebrütet haben. Dabei hätten die jungen Handwerker den Anschnitt der nach oben umlaufenden Stahlkonstruktion und die Rundung des Turms beim Bau berücksichtigt. „Die umzusetzenden Grundriss- und Ausstattungsvorstellungen des Falken lagen während der gesamten Ausführungsplanung zugrunde. Diese haben die Schüler beim Naturschutzbund erfragt“, sagt Milinkovic.

Die Falken sind Ehrenmitglieder der Wasserstadt. Naturschutzauflagen verlangen den besonderen Schutz der Tiere und eben auch ihrer Behausung. „Bei der Sanierung des Turms sollte eine Ersatzlebensstätte direkt am Bauwerk in der Nähe des derzeitigen Einfluglochs geschaffen werden, so dass die Funktion als solche erhalten bleibt und zur nächsten Brutzeit wieder zur Verfügung steht“, erklärt Milinkovic. Ob die neue Wohnung bereits bezogen ist, ist bisher nicht bekannt.


22


JANUAR 2018

BI ist „voller Elan“

In diesem Jahr soll der erste Bauabschnitt der Wasserstadt errichtet werden. Grund genug für die Bürgerinitiative Wasserstadt Limmer (BI), in der ersten Sitzung des Jahres mit neuem Schwung wieder in die Entwicklung des Baugebietes einzusteigen. „Wir sind voller Elan“, sagt BI-Sprecher Uwe Staade. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die maroden Fabrikgebäude der Conti und die Verkehrsbelastung in Limmer.

Autos fahren täglich über die Wunstorfer Straße

Derzeit ist die Wunstorfer Straße voll gesperrt. Aus der Stadt kommend können Anlieger bis zur Brücke am alten Fabrikgelände fahren, die gerade saniert wird. Dann ist Schluss. Die Autofahrer müssen über die umliegenden Straßen ausweichen – das sind immer bis zu 14.000 Fahrzeuge, die laut einem Gutachten der Stadt sonst über die Bundesstraße 441 fahren. Die BI befürchtet, dass Limmer auch beim Verkehrswegenetz nicht darauf eingestellt ist, dass der Stadtteil in den kommenden Jahren um mehr als die Hälfte der derzeitigen Bevölkerung wachsen wird.

Auch für den Erhalt der alten Fabrikhallen der Conti, die das Gelände am Stichkanal begrenzen, will die BI so lange wie nötig kämpfen. „Wir haben noch die Hoffnung, das man da nichts unversucht lässt“, sagt Staade. Die alten Backsteingebäude sind so baufällig, dass Besuchern des Conti-Geländes der Zutritt untersagt ist. Außerdem sind die Wände mit krebserregenden Nitrosaminen belastet – eine Folge der Gummiproduktion. Dennoch spielen die Gebäude aus Lärmschutzgründen für die Bewohner eine wichtige Rolle. „Es gibt durchaus Meinungen, dass noch nicht alle Möglichkeiten für einen Erhalt untersucht worden sind“, sagt Staade.


8


JANUAR 2018

Das Team muss sich vergrößern

Kürzer könnte der Weg vom Planungsbüro zur Baustelle kaum sein: Die Verantwortlichen der Projektentwicklungsgemeinschaft Wasserstadt (WELG) haben ihre Arbeitsstätte direkt auf dem Baugebiet in Limmer. Seit Mitte 2014 schauen sie täglich aus dem ehemaligen Conti-Gebäude auf die Baustelle. „Es ist sehr praktisch, dass wir direkt vor Ort sind“, sagt Büroleiter Lukas Ritzka. Seit fast einem Jahr koordiniert er das Team der Wasserstadt in Hannover. Hier laufen alle Aufgaben zusammen – auch eingehende Wohnungsanfragen. „Einmal wöchentlich treffen wir uns alle zur gemeinsamen Besprechung“, sagt Ritzka. „Wir legen großen Wert darauf, dass alles über die Wasserstadt hier besprochen wird.“

Die Treffen seien wichtig, um alle auf den gleichen Stand zu bringen. Der Abstimmungs- und Koordinationsbedarf zwischen den Beteiligten seien groß. An einem großen Tisch können alle zusammen sitzen, direkt daneben stehen Stellwände mit den aktuellen Plänen für den ersten Bauabschnitt. An den Wänden hängen Bilder von den ehemaligen Conti-Gebäuden und Produktionsstätten. Die Schränke in den kleinen Einzelbüros sind im Conti-Gelb lackiert.

„Die Wasserstadt ist kein Projekt von der Stange“

Zu dem Team gehören die Geschäftsführer Günter Papenburg, Martin Pietsch und Bernd Hermann, Büroleiter Lukas Ritzka, Sekretärin Katja Milinkovic, Papenburg-Prokurist Frank Kirchhoff, Ingenieur Peter Tacke und der studentische Mitarbeiter Sebastian Mittelstedt mit einem weiteren Kollegen. Doch das Team soll personell aufgestockt werden. „Wenns jetzt richtig losgeht, brauchen wir noch mehr Unterstützung“, sagt der Büroleiter. „Die Wasserstadt ist kein Projekt von der Stange.“ Bis zum Projektende soll das Büro weitergeführt werden. Und das wird noch ein paar Jahre dauern.


20


DEZEMBER 2017

Der Eisenmann

Der Sockel ist zu gewachsen und verrostet, die Schrift auf dem Schild ist nicht mehr zu erkennen und auch der nackte Mann selbst, der einem Krieger mit Schutzschildern ähnelt, ist durch die Witterung der letzten 30 Jahre beschädigt. Moos hat sich an der Oberfläche breit gemacht. Der „Eisenmann“ steht auf der Grünfläche an der Auffahrt zum Wasserstadt-Gelände, direkt neben der Bushaltestelle Steinfeldstraße. Mit dem Gelände und seiner Geschichte hat er allerdings nichts zu tun.

Jahre wacht die Statue schon am Conti-Gelände

Die Plastik gehört der gegenüberliegenden Autowerkstatt Steinfeld Kfz. 1987 hat Inhaber und Geschäftsführer Klaus Sonnemann sie von Wilfried Behre gekauft. Der Künstler bekam vom damaligen Meister der Werkstatt den Auftrag für das Objekt. „Weil die Jungs in der Werkstatt ständig mit Blechen arbeiten, hatte ich die Idee einen Mann zu entwerfen, der sich aus Blech befreit“, sagt Behre. „Er sollte die Arbeit dort zeigen.“ Für seine Plastik hat er 2 Millimeter dicken Corten-Stahl verwendet. „Das Besondere daran ist, dass er zwar an der Oberfläche, aber nicht im Inneren rostet“, sagt der Künstler. Ursprünglich stand der „Eisenmann“ auf der anderen Straßenseite auf dem Gelände des Rollercenters. „Als wir den Grünstreifen für die Ausstellung unserer Gebrauchtwagen gemietet haben, haben wir den Mann auf die andere Seite gestellt“, sagt Sonnemann.


28


NOVEMBER 2017

Bürgerinitiative bringt neuen Kalender heraus

Der Conti-Turm aus der Vogelperspektive, ein romantischer Sonnentuntergang über dem weitläufigen Gelände, das bald die Heimat von Tausenden Neubürgern werden soll: Die Bügerinitiative Wasserstadt Limmer hat mit zwölf eindrucksvollen Fotografien jetzt ihren zweiten Kalender auf den Markt gebracht. Für 8 Euro im DIN A4-Format oder 12 Euro eine Nummer größer kann der Kalender ab sofort erworben werden. Die Idee dafür hatte vor zwei Jahren Gudrun Hermann-Glöde. „Aber die Fotos sind von ganz unterschiedlichen Menschen“, betont sie – alle sollen die Heimatliebe zum Stadtteil Limmer noch mehr stärken. Der Erlös aus dem Verkauf soll in die Arbeit der Bürgerinitiative fließen, die seit Jahren kritisch das Bauvorhaben Wasserstadt Limmer begleitet.

Wer ein Exemplar kaufen möchte, kann das bei ArteP, im Refill Center, bei Velo Gold, Wein und Bild, bei Frische Ecke oder in der Tischlerei form21 in Limmer tun. Die Bürgerinitiative trifft sich zudem in den geraden Kalenderwochen stets dienstags ab 19.30 Uhr im Gemeindehaus gegenüber der St.-Nikolai-Kirche an der Sackmannstraße 27. Mitstreiter sind willkommen – Kalenderkäufer auch.


15


NOVEMBER 2017

Am Ende der Sackgasse

Klaus Sonnemann hat das Wasserstadt-Gelände ständig im Blick. Von seinem Büro aus kann er den Fortschritt der Bauarbeiten täglich beobachten, Baggergeräusche schallen über die Straße. „Die buddeln und buddeln“, sagt Sonnemann. „Doch ich habe das Gefühl es nimmt kein Ende.“

Sonnemann ist Inhaber von Steinfeld Kfz, einer Autowerkstatt mit Gebrauchtwagenverkauf und Rollercenter an der Wunstorfer Straße in Limmer. Doch es sind im Moment nicht die Arbeiten auf dem Gelände selbst, die ihn hauptsächlich beschäftigen. Vielmehr ärgert er sich, dass die Wunstorfer Straße seit Anfang Oktober eine Sackgasse ist. Und dies soll auch bis Ende Januar so bleiben. „Dass der Durchgangsverkehr wegfällt merken wir schon“, sagt Sonnemann aufgebracht. Er bezeichnet die Sperrung als „unmöglich“.

Gerade holt ein Kunde seine neue Vespa ab, bei einem anderen ist der Autoscheinwerfer kaputt. Seit 1990 hat die Firma ihren Sitz direkt neben dem ehemaligen Conti-Parkplatz. Sonnemann und seine Kollegen haben also auch noch die Produktion in den Gummiwerken von Continental miterlebt.

Im Moment kämpft Sonnemann mit dem Staub, der vom Gelände rüber weht. „Durch die ständigen Baggerarbeiten im ersten Bauabschnitt stauben die Gebrauchtfahrzeuge, die auf der Außenfläche stehen, immer schnell ein“, sagt der Inhaber. Doch dies sei derzeit die größte Beeinträchtigung für seine Firma durch die andauernden Bauarbeiten. Dem neuen Wohnquartier, das Platz für 3500 Menschen bieten soll, steht er positiv gegenüber. „Das bringt uns hoffentlich neue Kunden“, sagt Sonnemann.


3


NOVEMBER 2017

Im Modell steht der erste Bauabschnitt bereits

Der erste Bauabschnitt der Wasserstadt ist schon fertig gebaut – zumindest im Modell. Im Büro der Wasserstadt Limmer Projektentwicklungsgesellschaft (WLEG) steht seit Kurzem ein originalgetreuer Nachbau des ehemaligen Conti-Geländes in Limmer. Unterschiedlich hohe Häuser, Bäume und Grünflächen sind zu sehen und lassen erahnen, wie der erste Bauabschnitt einmal aussehen soll. Im Moment sind die Häuser als einheitliche Holzklötze konstruiert. Doch sobald klar ist, wie jedes einzelne Haus aussehen soll, wird das Modell aktualisiert. Dann können die alten Elemente runtergenommen und neue draufgesetzt werden. Die weiteren vier Bauabschnitte liegen noch brach. Nach und nach sollen dort, wenn die Planungen abgeschlossen sind, auch Modelle von Häusern entstehen. „Das Modell kann sukzessive erweitert und detailliert werden“, sagt WLEG-Geschäftsführer Martin Pietsch. Er erklärt, was im ersten Bauabschnitt alles entstehen soll.

jsp


23


OKTOBER 2017

So klappt´s nicht mit den Nachbarn

Ein schmutziges Glas Schaumburger Landbier im Gras, eine ausgebleichte Tüte Kartoffelchips und jede Menge modriger Müll. Wer dieser Tage durch die künftige Wasserstadt spazieren geht, stößt ein halbes Jahr nach dem ersten Spatenstich an vielen Stellen auf kleine Müllhalden.

Hier ein zerrissener Schlauch und ein vom Winde verwehtes Baustellen-Warnschild, dort offensichtlich illegal entsorgter Hausmüll – Turnschuhe, Geschirr, alte Dosen im Matsch. Wäre das Wohnviertel Wasserstadt bereits in Betrieb, hätten seine Bewohner vermutlich längst die Aha-Abfallfander angerufen. Weil es aber noch einige Zeit dauert, bis sich sich Anwohner um die Reinhaltung des Geländes kümmern, bleibt der Müll vorerst am Wegesrand liegen, hat es zumindest den Anschein.

Es dürfte deshalb nicht nur im Interesse der Alt-Limmeraner, sondern auch der verantwortlichen Unternehmen zu liegen, wenigstens den gröbsten Müll entlang der Wegränder zu beseitigen. Schließlich sind Mini-Müllhalden kein gutes Aushängeschild für ein neues Wohnviertel.

mm


18


OKTOBER 2017

Willkommen im Team! Zwei neue HAZ-Volontärinnen erkunden das Gelände


30


SEPTEMBER 2017

Sandberge im Zehnminutentakt

Im Zehnminutentakt fahren die Lkw auf das Wasserstadtgelände und bringen kubikmeterweise neuen Sand. Auch wenn sich die Anzahl der Sand- und Kiesberge in den letzten Wochen deutlich verringert hat – auf dem ersten Bauabschnitt wird derzeit mit den Lkw-Ladungen ein neuer errichtet.

Das Material wird für die Kanalarbeiten benötigt, die bis zum Winter abgeschlossen sein sollen. Insgesamt drei Kilometer Rohre und rund 60 Schachtdeckel für Regen- und Schmutzwasser werden dann unter der Oberfläche liegen. Doch damit die Arbeiten weiter im Zeitplan liegen, muss das Wetter mitspielen: Frühzeitiger Frost würde für die Erdarbeiten erheblich verzögern.

Kilometer Abwasserrohre werden derzeit unter der Erde verlegt.


22


SEPTEMBER 2017

„Solange es noch geht“

Mitten auf der öden Brachfläche in Limmer spielt ein Mann Frisbee. Einen Mitspieler braucht er nicht. Er wirft die gelbe Plastikscheibe einfach gegen den Wind in die Luft, damit sie zu ihm zurückkommt. Dann wendet er sich wieder seinem Ziel zu. 20 Meter von ihm entfernt steht eine schwarze Röhre aus Stoff. Mit einem kraftvollen Schwung aus dem Handgelenk schickt er seine gelbe Disk auf den Weg. In einem Linksbogen segelt die Scheibe auf den schwarzen Behälter zu – und landet doch knapp daneben. Dann bemerkt er seinen Beobachter. „Willst du auch mal werfen?“, fragt er ohne zu zögern. Es klingt wie eine Selbstverständlichkeit.

Jonas heißt der kontaktfreudige Lindener. Er komme öfter hierher, um einfach ein paar Scheiben zu werfen, erzählt der 37-Jährige. Im Sommer ist er auch öfter im Kanal baden gegangen oder hat einfach Gitarre gespielt. Nun will er das Gelände ausgiebig nutzen – „solange es noch geht“. Auf der anderen Seite der asphaltierten Straße, die den ersten Bauabschnitt des neuen Wohnquartiers von der tristen Sandwüste mit Conti-Turm und den baufälligen Fabrikhallen trennt, graben die Bagger weiter ihre Furchen für die Kanalisation. „Ich liebe diesen Platz“, sagt Jonas. „Schade, dass er verschwindet.“

Das sehen auch manche Hundehalter so. „Ich glaube, jeder hier aus der Ecke findet es mindestens schade, dass die Fläche zugebaut wird“, sagt ein 35-Jähriger aus Limmer, der mit seinem Hund spazieren geht, wo einmal 3500 Menschen wohnen sollen. Für die Gassigänger gehe ein schöner Ort verloren, sagt der Mann. „Das ist schon ein geiles Gelände.“

Plötzlich hallt eine Stimme hinter den Büschen am Ufer hervor. „Are you ready?!“, brüllt ein Mann. Kurz darauf preschen zwei Boote durch den Leineabstiegskanal, jedes mit einem guten Dutzend Menschen an Bord. Im Takt zählen sie so laut bis zehn, dass sie noch in Ahlem gehört werden dürften. „Kanu-Club Limmer“ steht jeweils auf dem Heck.

Auf Höhe des Vereinshauses bricht in beiden Booten Jubel aus. Offenbar feiert man einen packenden Wettkampf. Doch die Sportler des Vereins haben noch einen weiteren Grund zur Freude: Zumindest ihnen wird ihre Spielwiese erhalten bleiben. Das Wasser bleibt von den Bauarbeiten unberührt.


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September 2017

„Die Ruinen gehören zu Limmer dazu“

Sandberge und Kieshaufen ragen aus dem Erdreich wie riesige Maulwurfshügel, einzelne Gullis stechen wie Inseln aus dem gewalzten Boden: Schon von Weitem ist zu erkennen, dass sich auf dem Wasserstadt-Gelände etwas tut. Der Stockhardtweg ist in Richtung altes Dorf Limmer gesperrt und nicht mehr zu erkennen. Ein Rohrstrang liegt noch offen im Boden. Die Erschließungsarbeiten gehen voran – trotzdem geht es manchen Hannoveranern nicht schnell genug. „Wir hätten gedacht, dass schon mehr passiert ist“, sagt etwa Viviane Bartelt aus Davenstedt. Die 22-Jährige macht zusammen mit ihrer Freundin Lenau Wittmershaus einen Spaziergang über das Gelände. „Ab und zu kommen wir hierher, um zu schauen, was sich tut“, sagt Wittmershaus.  Währenddessen nutzen wenige Meter entfernt zwei Männer den sandigen Boden, um mit ihren Cross-Motorrädern ähnlich einer Wüsten-Ralley über das Gelände zu heizen.

Wohnungen entstehen im ersten Bauabschnitt.

Für Martin Keller ist die zukünftige Wasserstadt Teil seiner Jogging-Strecke, die er dreimal in der Woche absolviert. Während er auf der Straße einmal quer über das Gelände läuft, lässt er seine Blicke nach links und rechts schweifen. „Bisher ist leider nicht viel zu sehen“, sagt der 25-jährige Ahlemer. Doch auch wenn er es gut findet, dass etwas Neues entsteht, wünscht er sich, dass die alten Conti-Ruinen stehenbleiben. „Die gehören einfach zu Limmer dazu“, sagt er – und setzt seine Runde im Laufschritt fort.

(jsp)

Reihenhäuser entstehen im ersten Bauabschnitt.


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