Aktuell: So geht es in der Wasserstadt voran

Wie weit sind die Bauarbeiten? Wann können die ersten Bewohner einziehen? In unserem "Baustellen-Tagebuch" lesen Sie stets aktuell, was derzeit auf dem Gelände in Limmer passiert.

Es geht voran auf dem Gelände der Wasserstadt – langsam, aber stetig. Bis die ersten Bewohner einziehen, wird zwar noch einige Zeit vergehen – doch es gibt bereits jetzt viele Geschichten rund um das Projekt Wasserstadt zu erzählen, von den Entwicklungen auf der Baustelle bis zu den Menschen, denen man dort begegnet. Für dieses „Baustellen-Tagebuch“ statten die Volontäre der HAZ dem Gelände mindestens einmal im Monat einen Besuch ab – und dokumentieren, was sie vor Ort sehen, hören und erleben.


15


NOVEMBER 2017

Am Ende der Sackgasse

Klaus Sonnemann hat das Wasserstadt-Gelände ständig im Blick. Von seinem Büro aus kann er den Fortschritt der Bauarbeiten täglich beobachten, Baggergeräusche schallen über die Straße. „Die buddeln und buddeln“, sagt Sonnemann. „Doch ich habe das Gefühl es nimmt kein Ende.“

Sonnemann ist Inhaber von Steinfeld Kfz, einer Autowerkstatt mit Gebrauchtwagenverkauf und Rollercenter an der Wunstorfer Straße in Limmer. Doch es sind im Moment nicht die Arbeiten auf dem Gelände selbst, die ihn hauptsächlich beschäftigen. Vielmehr ärgert er sich, dass die Wunstorfer Straße seit Anfang Oktober eine Sackgasse ist. Und dies soll auch bis Ende Januar so bleiben. „Dass der Durchgangsverkehr wegfällt merken wir schon“, sagt Sonnemann aufgebracht. Er bezeichnet die Sperrung als „unmöglich“.

Gerade holt ein Kunde seine neue Vespa ab, bei einem anderen ist der Autoscheinwerfer kaputt. Seit 1990 hat die Firma ihren Sitz direkt neben dem ehemaligen Conti-Parkplatz. Sonnemann und seine Kollegen haben also auch noch die Produktion in den Gummiwerken von Continental miterlebt.

Im Moment kämpft Sonnemann mit dem Staub, der vom Gelände rüber weht. „Durch die ständigen Baggerarbeiten im ersten Bauabschnitt stauben die Gebrauchtfahrzeuge, die auf der Außenfläche stehen, immer schnell ein“, sagt der Inhaber. Doch dies sei derzeit die größte Beeinträchtigung für seine Firma durch die andauernden Bauarbeiten. Dem neuen Wohnquartier, das Platz für 3500 Menschen bieten soll, steht er positiv gegenüber. „Das bringt uns hoffentlich neue Kunden“, sagt Sonnemann.


3


NOVEMBER 2017

Im Modell steht der erste Bauabschnitt bereits

Der erste Bauabschnitt der Wasserstadt ist schon fertig gebaut – zumindest im Modell. Im Büro der Wasserstadt Limmer Projektentwicklungsgesellschaft (WELG) steht seit Kurzem ein originalgetreuer Nachbau des ehemaligen Conti-Geländes in Limmer. Unterschiedlich hohe Häuser, Bäume und Grünflächen sind zu sehen und lassen erahnen, wie der erste Bauabschnitt einmal aussehen soll. Im Moment sind die Häuser als einheitliche Holzklötze konstruiert. Doch sobald klar ist, wie jedes einzelne Haus aussehen soll, wird das Modell aktualisiert. Dann können die alten Elemente runtergenommen und neue draufgesetzt werden. Die weiteren vier Bauabschnitte liegen noch brach. Nach und nach sollen dort, wenn die Planungen abgeschlossen sind, auch Modelle von Häusern entstehen. „Das Modell kann sukzessive erweitert und detailliert werden“, sagt WELG-Geschäftsführer Martin Pietsch. Er erklärt, was im ersten Bauabschnitt alles entstehen soll.

jsp


23


OKTOBER 2017

So klappt´s nicht mit den Nachbarn

Ein schmutziges Glas Schaumburger Landbier im Gras, eine ausgebleichte Tüte Kartoffelchips und jede Menge modriger Müll. Wer dieser Tage durch die künftige Wasserstadt spazieren geht, stößt ein halbes Jahr nach dem ersten Spatenstich an vielen Stellen auf kleine Müllhalden.

Hier ein zerrissener Schlauch und ein vom Winde verwehtes Baustellen-Warnschild, dort offensichtlich illegal entsorgter Hausmüll – Turnschuhe, Geschirr, alte Dosen im Matsch. Wäre das Wohnviertel Wasserstadt bereits in Betrieb, hätten seine Bewohner vermutlich längst die Aha-Abfallfander angerufen. Weil es aber noch einige Zeit dauert, bis sich sich Anwohner um die Reinhaltung des Geländes kümmern, bleibt der Müll vorerst am Wegesrand liegen, hat es zumindest den Anschein.

Es dürfte deshalb nicht nur im Interesse der Alt-Limmeraner, sondern auch der verantwortlichen Unternehmen zu liegen, wenigstens den gröbsten Müll entlang der Wegränder zu beseitigen. Schließlich sind Mini-Müllhalden kein gutes Aushängeschild für ein neues Wohnviertel.

mm


18


OKTOBER 2017

Willkommen im Team! Zwei neue HAZ-Volontärinnen erkunden das Gelände


30


SEPTEMBER 2017

Sandberge im Zehnminutentakt

Im Zehnminutentakt fahren die Lkw auf das Wasserstadtgelände und bringen kubikmeterweise neuen Sand. Auch wenn sich die Anzahl der Sand- und Kiesberge in den letzten Wochen deutlich verringert hat – auf dem ersten Bauabschnitt wird derzeit mit den Lkw-Ladungen ein neuer errichtet.

Das Material wird für die Kanalarbeiten benötigt, die bis zum Winter abgeschlossen sein sollen. Insgesamt drei Kilometer Rohre und rund 60 Schachtdeckel für Regen- und Schmutzwasser werden dann unter der Oberfläche liegen. Doch damit die Arbeiten weiter im Zeitplan liegen, muss das Wetter mitspielen: Frühzeitiger Frost würde für die Erdarbeiten erheblich verzögern.

Kilometer Abwasserrohre werden derzeit unter der Erde verlegt.


22


SEPTEMBER 2017

„Solange es noch geht“

Mitten auf der öden Brachfläche in Limmer spielt ein Mann Frisbee. Einen Mitspieler braucht er nicht. Er wirft die gelbe Plastikscheibe einfach gegen den Wind in die Luft, damit sie zu ihm zurückkommt. Dann wendet er sich wieder seinem Ziel zu. 20 Meter von ihm entfernt steht eine schwarze Röhre aus Stoff. Mit einem kraftvollen Schwung aus dem Handgelenk schickt er seine gelbe Disk auf den Weg. In einem Linksbogen segelt die Scheibe auf den schwarzen Behälter zu – und landet doch knapp daneben. Dann bemerkt er seinen Beobachter. „Willst du auch mal werfen?“, fragt er ohne zu zögern. Es klingt wie eine Selbstverständlichkeit.

Jonas heißt der kontaktfreudige Lindener. Er komme öfter hierher, um einfach ein paar Scheiben zu werfen, erzählt der 37-Jährige. Im Sommer ist er auch öfter im Kanal baden gegangen oder hat einfach Gitarre gespielt. Nun will er das Gelände ausgiebig nutzen – „solange es noch geht“. Auf der anderen Seite der asphaltierten Straße, die den ersten Bauabschnitt des neuen Wohnquartiers von der tristen Sandwüste mit Conti-Turm und den baufälligen Fabrikhallen trennt, graben die Bagger weiter ihre Furchen für die Kanalisation. „Ich liebe diesen Platz“, sagt Jonas. „Schade, dass er verschwindet.“

Das sehen auch manche Hundehalter so. „Ich glaube, jeder hier aus der Ecke findet es mindestens schade, dass die Fläche zugebaut wird“, sagt ein 35-Jähriger aus Limmer, der mit seinem Hund spazieren geht, wo einmal 3500 Menschen wohnen sollen. Für die Gassigänger gehe ein schöner Ort verloren, sagt der Mann. „Das ist schon ein geiles Gelände.“

Plötzlich hallt eine Stimme hinter den Büschen am Ufer hervor. „Are you ready?!“, brüllt ein Mann. Kurz darauf preschen zwei Boote durch den Leineabstiegskanal, jedes mit einem guten Dutzend Menschen an Bord. Im Takt zählen sie so laut bis zehn, dass sie noch in Ahlem gehört werden dürften. „Kanu-Club Limmer“ steht jeweils auf dem Heck.

Auf Höhe des Vereinshauses bricht in beiden Booten Jubel aus. Offenbar feiert man einen packenden Wettkampf. Doch die Sportler des Vereins haben noch einen weiteren Grund zur Freude: Zumindest ihnen wird ihre Spielwiese erhalten bleiben. Das Wasser bleibt von den Bauarbeiten unberührt.


12


September 2017

„Die Ruinen gehören zu Limmer dazu“

Sandberge und Kieshaufen ragen aus dem Erdreich wie riesige Maulwurfshügel, einzelne Gullis stechen wie Inseln aus dem gewalzten Boden: Schon von Weitem ist zu erkennen, dass sich auf dem Wasserstadt-Gelände etwas tut. Der Stockhardtweg ist in Richtung altes Dorf Limmer gesperrt und nicht mehr zu erkennen. Ein Rohrstrang liegt noch offen im Boden. Die Erschließungsarbeiten gehen voran – trotzdem geht es manchen Hannoveranern nicht schnell genug. „Wir hätten gedacht, dass schon mehr passiert ist“, sagt etwa Viviane Bartelt aus Davenstedt. Die 22-Jährige macht zusammen mit ihrer Freundin Lenau Wittmershaus einen Spaziergang über das Gelände. „Ab und zu kommen wir hierher, um zu schauen, was sich tut“, sagt Wittmershaus.  Währenddessen nutzen wenige Meter entfernt zwei Männer den sandigen Boden, um mit ihren Cross-Motorrädern ähnlich einer Wüsten-Ralley über das Gelände zu heizen.

Wohnungen entstehen im ersten Bauabschnitt.

Für Martin Keller ist die zukünftige Wasserstadt Teil seiner Jogging-Strecke, die er dreimal in der Woche absolviert. Während er auf der Straße einmal quer über das Gelände läuft, lässt er seine Blicke nach links und rechts schweifen. „Bisher ist leider nicht viel zu sehen“, sagt der 25-jährige Ahlemer. Doch auch wenn er es gut findet, dass etwas Neues entsteht, wünscht er sich, dass die alten Conti-Ruinen stehenbleiben. „Die gehören einfach zu Limmer dazu“, sagt er – und setzt seine Runde im Laufschritt fort.

(jsp)

Reihenhäuser entstehen im ersten Bauabschnitt.


Weitere Artikel: Worüber möchten Sie mehr lesen?

Die Bewohner

Wie wohnt es sich am Wasser? Wie stellen sich die künftigen Bewohner der Wasserstadt ihr Leben dort vor? Hier finden Sie alle Artikel über die Bewohner.

Los

Das Projekt

Wie groß wird die Wasserstadt wirklich? Wie wird sie aussehen? Und wie baut man eigentlich tausende Wohnungen aus dem Nichts? Hier finden Sie alle Artikel zum Thema.

Los

Das Umfeld

Ein moderner neuer Stadtteil – direkt neben dem idyllischen Limmer. Während die einen begeistert sind von dem Projekt Wasserstadt, sind andere in Sorge. Hier finden Sie alle Artikel zum Thema.

Los