Aktuell: So geht es in der Wasserstadt voran

Wie weit sind die Bauarbeiten? Wann können die ersten Bewohner einziehen? In unserem "Baustellen-Tagebuch" lesen Sie stets aktuell, was derzeit auf dem Gelände in Limmer passiert.

Es geht voran auf dem Gelände der Wasserstadt – langsam, aber stetig. Bis die ersten Bewohner einziehen, wird zwar noch einige Zeit vergehen – doch es gibt bereits jetzt viele Geschichten rund um das Projekt Wasserstadt zu erzählen, von den Entwicklungen auf der Baustelle bis zu den Menschen, denen man dort begegnet. Für dieses „Baustellen-Tagebuch“ statten die Volontäre der HAZ dem Gelände mindestens einmal im Monat einen Besuch ab – und dokumentieren, was sie vor Ort sehen, hören und erleben.


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SEPTEMBER 2017

„Solange es noch geht“

Mitten auf der öden Brachfläche in Limmer spielt ein Mann Frisbee. Einen Mitspieler braucht er nicht. Er wirft die gelbe Plastikscheibe einfach gegen den Wind in die Luft, damit sie zu ihm zurückkommt. Dann wendet er sich wieder seinem Ziel zu. 20 Meter von ihm entfernt steht eine schwarze Röhre aus Stoff. Mit einem kraftvollen Schwung aus dem Handgelenk schickt er seine gelbe Disk auf den Weg. In einem Linksbogen segelt die Scheibe auf den schwarzen Behälter zu – und landet doch knapp daneben. Dann bemerkt er seinen Beobachter. „Willst du auch mal werfen?“, fragt er ohne zu zögern. Es klingt wie eine Selbstverständlichkeit.

Jonas heißt der kontaktfreudige Lindener. Er komme öfter hierher, um einfach ein paar Scheiben zu werfen, erzählt der 37-Jährige. Im Sommer ist er auch öfter im Kanal baden gegangen oder hat einfach Gitarre gespielt. Nun will er das Gelände ausgiebig nutzen – „solange es noch geht“. Auf der anderen Seite der asphaltierten Straße, die den ersten Bauabschnitt des neuen Wohnquartiers von der tristen Sandwüste mit Conti-Turm und den baufälligen Fabrikhallen trennt, graben die Bagger weiter ihre Furchen für die Kanalisation. „Ich liebe diesen Platz“, sagt Jonas. „Schade, dass er verschwindet.“

Das sehen auch manche Hundehalter so. „Ich glaube, jeder hier aus der Ecke findet es mindestens schade, dass die Fläche zugebaut wird“, sagt ein 35-Jähriger aus Limmer, der mit seinem Hund spazieren geht, wo einmal 3500 Menschen wohnen sollen. Für die Gassigänger gehe ein schöner Ort verloren, sagt der Mann. „Das ist schon ein geiles Gelände.“

Plötzlich hallt eine Stimme hinter den Büschen am Ufer hervor. „Are you ready?!“, brüllt ein Mann. Kurz darauf preschen zwei Boote durch den Leineabstiegskanal, jedes mit einem guten Dutzend Menschen an Bord. Im Takt zählen sie so laut bis zehn, dass sie noch in Ahlem gehört werden dürften. „Kanu-Club Limmer“ steht jeweils auf dem Heck.

Auf Höhe des Vereinshauses bricht in beiden Booten Jubel aus. Offenbar feiert man einen packenden Wettkampf. Doch die Sportler des Vereins haben noch einen weiteren Grund zur Freude: Zumindest ihnen wird ihre Spielwiese erhalten bleiben. Das Wasser bleibt von den Bauarbeiten unberührt.


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September 2017

„Die Ruinen gehören zu Limmer dazu“

Sandberge und Kieshaufen ragen aus dem Erdreich wie riesige Maulwurfshügel, einzelne Gullis stechen wie Inseln aus dem gewalzten Boden: Schon von Weitem ist zu erkennen, dass sich auf dem Wasserstadt-Gelände etwas tut. Der Stockhardtweg ist in Richtung altes Dorf Limmer gesperrt und nicht mehr zu erkennen. Ein Rohrstrang liegt noch offen im Boden. Die Erschließungsarbeiten gehen voran – trotzdem geht es manchen Hannoveranern nicht schnell genug. „Wir hätten gedacht, dass schon mehr passiert ist“, sagt etwa Viviane Bartelt aus Davenstedt. Die 22-Jährige macht zusammen mit ihrer Freundin Lenau Wittmershaus einen Spaziergang über das Gelände. „Ab und zu kommen wir hierher, um zu schauen, was sich tut“, sagt Wittmershaus.  Währenddessen nutzen wenige Meter entfernt zwei Männer den sandigen Boden, um mit ihren Cross-Motorrädern ähnlich einer Wüsten-Ralley über das Gelände zu heizen.

Wohnungen entstehen im ersten Bauabschnitt.

Für Martin Keller ist die zukünftige Wasserstadt Teil seiner Jogging-Strecke, die er dreimal in der Woche absolviert. Während er auf der Straße einmal quer über das Gelände läuft, lässt er seine Blicke nach links und rechts schweifen. „Bisher ist leider nicht viel zu sehen“, sagt der 25-jährige Ahlemer. Doch auch wenn er es gut findet, dass etwas Neues entsteht, wünscht er sich, dass die alten Conti-Ruinen stehenbleiben. „Die gehören einfach zu Limmer dazu“, sagt er – und setzt seine Runde im Laufschritt fort.

(jsp)

Reihenhäuser entstehen im ersten Bauabschnitt.


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